Wie wir zu unserem neuen, riesigen 6qm Familienbett gekommen sind

Anfang Januar hatte ich eine Woche frei. Zeit also, für einen kleinen Urlaub oder einen Ausflug zur Familie. Nach kurzer Überlegung entschieden wir uns für die Verwandtschaft in Sachsen. Doch was hat das mit dem Familienbett zu tun?

Wir sammeln vor der Abreise unsere Bettwäsche ein. Mit Fiete werden wir ein oder zwei Zwischenstopps auf einem Camping- oder Stellplatz einlegen. K1 schafft am Tag ca. 250km im Autositz. Nanu, warum ist denn die Matratze am Kopfteil so nass? Und warum ist die Tapete verfärbt? Schimmel! Oh nein, nicht jetzt, bitte nicht jetzt, verdammt, das ist Schimmel an der Wand. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich schon Tapeten abziehen und Streichen. Ich ziehe die Matratze von der Wand weg und begutachte das Debakel. Ein heller, schwarzer Fleck. Genau da, wo die Matratze an der Wand liegt. Verdammt. Warum? Ich Idiot!

Wir wohnen seit kurzem in einer Altbauwohnung im 2. Stock. Unser Bett hat keinen Bettkasten und liegt mit der Matratze direkt an der Außenwand. Und die ist Richtung Norden ausgerichtet. Na und jetzt kann man eins und eins zusammenrechnen. Dazu kommt noch Januar-Winter-Schmuddel-Wetter. Oh man, ich weiß es eigentlich besser, denn ich habe schon öfter in Altbauwohnungen gelebt. Nun gut, das kriegen wir doch hin. Also erst Mal den Vermieter informieren. Sonderlich erfreut ist er natürlich nicht, verständlich. Als nächstes die Tapete von der Wand ziehen und alle Laken und Bettzeug in Müllsäcke packen. Die werden noch am selben Tag zum Wertstoffhof gebracht, zusammen mit den Matratzen.

Als nächstes die beiden Frauen eingepackt und ab mit ihnen zum schwedischen Möbelhaus. Wir brauchen Matratzen. Im Hochlager überlegen wir noch, wie breit das Zimmer eigentlich ist und ob wir nicht über die komplette Breite ein Familienbett machen wollen. In einer App hatte ich vor dem Einzug die Maße des Zimmers notiert. 325 cm Breite – passt! Also 160 cm und 140 cm Weichschaum-Matratze gekauft, die passenden Lattenroste dazu und natürlich zwei Garnituren Spannbettlaken. Was man halt so braucht. Wir entscheiden uns ebenfalls für ein komplett neues Bettzeug – sicher ist sicher.

Am nächsten Tag wird also erst mal die Wand behandelt – mehrmals. Dafür haben mir die Schwiegereltern Spiritus und eine Sprühflasche gegeben. Vorsichtshalber habe ich mich noch mal bei den Nachbarn erkundigt, ob die das ähnlich machen. Kann ja nicht sein, dass wir die einzigen mit Schimmel sind. Die Geschichte würde länger dauern, daher schreibe ich einfach die Antwort hin: „Ja, ja und ich versteh die Frage nicht.“ Okay, dann sind wir nicht die Einzigen. Doof ist es trotzdem. Nun gut, es geht weiter.

Nach zwei bis drei Behandlungen überlege ich, ob nicht doch ein Bettkasten sinnvoll ist. Denn schließlich fehlt die Begrenzung zum Kopfteil. Noch mal an die Wand stellen möchte ich das Bett nicht. Also Skizzenblock raus und los gezeichnet. Das Internet sagt, dass die Möbelbauplatten 300 cm Länge haben und wahlweise 60 cm oder 40 cm Tiefe haben. Mit 2 x 300 x 60 cm und 2 x 300 x 40 cm schaffe ich die Umrandung des 300 x 200 cm breiten Bettes mühelos. Also wenig Material und wenig Verschnitt. Mit der Stichsäge säge ich noch eine Abrundung in den Übergang von 60 cm auf 40 cm und schraube alles mit Winkeln zusammen. Muss halten und hält.

Insgesamt haben wir für das Bett bei IKEA 740 EUR und im Baumarkt für die Möbelbauplatten 125 EUR ausgegeben. Viel Geld für viel Bett. Geht auch günstiger, aber auf Federkernmatratzen können wir einfach nicht liegen. Immer liegt jemand in einer Kuhle und die Federn drücken unangenehm. Wenn ich mich abends schwungvoll ins Bett lege, fliegt unsere Tochter auch immer in die Luft. Haben wir ausprobiert, kam nicht so gut an.

Seit Mitte Januar also schlafen wir wieder gemeinsam im Schlafzimmer. Unser Familienbett ist von 180 cm auf stolze 300 cm gewachsen und füllt die komplette Breite des Schlafzimmers aus. Der Schimmel ist weg, jedenfalls nicht mehr sichtbar. Die Tapete werden wir beim Auszug wieder anbringen – also die neue dann.

Fazit

Wir lieben unser Familienbett. Seit der Geburt unserer Kleinen schlafen wir zusammen. Wir sind ausgeschlafen und kuscheln ausgiebig. Wir bereuen keine Sekunde, dass wir uns für das Familienbett entschieden haben. Alle Argumente und Sorgen, die uns begegnen, können wir entkräften. Es ist eine Frage der Gewohnheit. Weder meine Frau noch ich sind mit dem Familienbett groß geworden. Wir haben uns aktiv dafür entschieden, weil wir denken, dass es das Beste für eine besondere Familienbindung ist. Und was in so einem Familienbett eigentlich passiert, habe ich schon mal aufgeschrieben. Es hat sich nichts geändert. Wir würden es niemals eintauschen, es ist Teil unserer Familie.

PS: Ach und… wir sind dann doch nicht mehr zur Familie gefahren. An Urlaub war auch nicht mehr zu denken. Das alles hat doch länger gedauert, als gedacht und teuer war es auch noch. Ein andern Mal klappt es bestimmt! Wir freuen uns drauf!

Foto: Designed by Freepik

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Hi. Ich bin als Vater, Ehemann, Sozialarbeiter und Luftsportler in verschiedenen Welten unterwegs. Am liebsten sause ich mit meiner Familie im Fiete Bus durch die Natur, auf der Suche nach Abenteuern. Als Sozialpädagoge sehe ich vieles kritisch. Manchmal schreibe ich auch darüber. Bis vor kurzem war ich auf dem Flugplatz in Grefrath aktiv.

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