Aktuelle Zahlen zur Elternzeit von Vätern in Deutschland

Aktuelle Zahlen zur Elternzeit von Vätern in Deutschland

Da ist sie nun, die frohe Botschaft der Schwangerschaft. Freude über das entstehende Leben. Grinsend schwofe ich durchs Büro, ein toller Tag, eine tolle Woche, alles richtig gemacht. Jetzt muss noch einiges erledigt werden, bevor das Baby kommt. Zum Beispiel Elternzeit beantragen.

Am liebsten würde ich ja die ganze Zeit zu Hause bleiben. Nicht, weil die Arbeit gerade nervt, sondern weil ich schon als junger Mann Vollzeitpapa sein wollte. Als Sozialpädagoge gibt es für mich eh keine Karriereleiter, die ich hinaufklettern könnte. Für meine Frau und mich stand somit von vornherein fest, dass wir uns die gesetzliche Elternzeit von 12 plus 2 Monaten aufteilen wollen. Doch wie stellen wir das an? Was gibt es zu beachten und welche Konstellation ist die »richtige«? Immerhin hat sie auch ein Wörtchen mitzureden. Und was sagen unsere Arbeitgeber?

Die Familie

Der Normalfall sieht so aus: Vater nimmt 2 Monate und Mutter 12 Monate. Wir haben allerdings auch von Vätern gehört, die nach der Geburt einige Tage oder Wochen Urlaub nehmen und das Feld anschließend den Frauen überlassen. Erst nach 12 Monaten nehmen sie dann 2 Monate am Stück Elternzeit und machen mit der Familie Urlaub. Wieder andere Väter bleiben komplett zu Hause. Ja und dann gibt es Väter, die nehmen gar keine Elternzeit. Es gibt also viele Möglichkeiten. Welche das konkret sind, lässt sich mit dem Elternzeitrechner des BMFSFJ ermitteln.

Nach der Elternzeit wird Frau also wieder arbeiten und es mir ermöglichen, so viel Zeit wie möglich mit Baby zu verbringen. Danke liebe Frau! Von Februar bis September nimmt sie also ihre Elternzeit, anschließend nehme ich für sechs Monate meine Elternzeit, bis April 2017. Weil sich die Zeiträume auf maximal zwei aufteilen lassen, zwacke ich einen Monat ab und unterstütze meine Frau einen Monat nach der Geburt.
Das alles muss jetzt natürlich noch mit unseren Arbeitgebern abgesprochen werden. Und das ist nicht immer einfach. Was gibt es also zu beachten?

Der Arbeitgeber

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1. Anmeldung der Elternzeit
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  • Ihr Mitarbeiter muss die Elternzeit spätestens 7 Wochen vor ihrem Beginn schriftlich bei Ihnen anmelden.

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2. Normalfall: Aufteilung auf bis zu 2 Zeitabschnitte
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  • Ihr Mitarbeiter kann die Elternzeit auf bis zu 2 Zeitabschnitte aufteilen. Eine Verteilung auf mehr Zeitabschnitte ist nur mit Ihrer Zustimmung möglich.
  • Meldet Ihr Mitarbeiter erstmals Elternzeit an, muss er Ihnen gleichzeitig mitteilen, für welchen Zeitraum innerhalb der ersten 2 Lebensjahre des Kindes er Elternzeit beansprucht.

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Quelle: wirtschaftswissen.de
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Der Antrag ist dann auch nur eine Anmeldung, weil der Arbeitgeber nicht widersprechen kann. In der Regel finden Arbeitgeber das doof. Meiner fand das dann auch richtig doof. Kleine Unternehmen haben meist keine Personalabteilung, die sich mit solchen Dingen auskennt. Daher ist es umso wichtiger, dass man bereits mit einer möglichen Lösung in das Gespräch geht. Wer kann die Arbeit übernehmen? Muss jemand neu eingestellt werden oder kann die Arbeit auf das Team verteilt werden? Im Vorfeld habe ich also einige Gespräche mit Kollegen geführt und viele Informationen gesammelt. In einem Gespräch mit dem Arbeitgeber konnte dann eine einvernehmliche Lösung gefunden werden.
Doch wie sieht es eigentlich mit der Elternzeit bei Vätern in Deutschland aus?

Elternzeit in Deutschland

Im Oktober 2016 ist vom Statistisches Bundesamt eine Statistik über das Elterngeld veröffentlicht worden. Darin wird die Verteilung des Elterngeldes in Relation zu den geborenen Kindern dargestellt. Elterngeld wird maximal für 14 Monate gezahlt, wenn der Partner mindestens 2 Monate Elterngeldanspruch anmeldet. Wer Elterngeld bezieht, ist automatisch in Elternzeit. Die Elternzeit

Für Kinder, die im Jahr 2014 geboren wurden, haben zwischen Januar 2014 und März 2016 insgesamt 244.500 Väter und 688.500 Mütter den Elterngeldbezug beendet. Bei insgesamt 714.900 geborenen Kindern im Jahr 2014 entspricht dies einem Väter­anteil von 34,2 %. Nur etwa ein drittel der Väter nimmt also Elternzeit. Bei den Müttern lag der Anteil im Bundesdurchschnitt bei 96%. Am häufigsten bezogen Väter in Sachsen (44 %) und Bayern (42 %) Elterngeld, gefolgt von Thüringen (41 %) und Baden-Württemberg (39 %). Die mit Abstand geringste Inanspruchnahme des Elterngeldes gab es bei Vätern im Saarland (23%). NRW liegt mit 26,8 % auf dem drittletzten Platz. In Krefeld sind es sogar nur 21,4 %. Traurig.

Diese Statistik drückt genau meine Gemütslage aus. Ich gehöre einer Minderheit an.

Die durchschnittliche Bezugsdauer des Elterngeldes für im Jahr 2014 geborene Kinder liegt für Väter bei 3,1 Monaten und für Mütter bei 11,6 Monaten. Nur 1 % der Mütter, aber 79 % der Väter nahmen das Elterngeld für zwei Monate in Anspruch. Hingegen bezogen 89 % der Mütter, aber nur 5 % der Väter das Elterngeld für 12 Monate oder länger. Mit den 7 Monaten gehöre ich zu den 16,1 % der Männer in NRW, die mehr als 2 Monate Elternzeit nehmen, Platz 7 in der Liste.

Und jetzt?

Bei der Anmeldung von Elternzeit kann man also viel richtig und ganz viel falsch machen. Liebe Väter, traut euch! Die größte Herausforderung ist das schlechte Gewissen, das auf euch zugerollt kommt. Das erfordert Durchhaltevermögen! Doch es lohnt sich, denn Elternzeit ist Qualitätszeit für die Familie. Wie lange Mann in Elternzeit geht, ist immer abhängig von der eigenen Einstellung, den finanziellen Möglichkeiten, dem familiären Background sowie der Situation auf der Arbeit. Letztendlich hat der Gesetzgeber die Elternzeit im Sinne der Familie ausgebaut. Ob das jeder Vater in Anspruch nimmt, muss jeder für sich entscheiden.

Lackierte Nägel und rosa Handys stehen für wahre Männlichkeit

Lackierte Nägel und rosa Handys stehen für wahre Männlichkeit

Kurz vor unserer Hochzeit hat meine Frau mich ernsthaft gefragt, ob ich schwul sei. „Mh, lass mich überlegen…“ Oke, man sollte ehrlich sein vor so einem wichtigen Moment im Leben. Ich gehe kurz in mich und überprüfe meine Männlichkeit.

Schon früher war ich anders als andere Kinder. Habe keine Computerspiele gespielt und mich nie für schnelle Autos interessiert oder gar bei Schlägereien mitgemacht. Außerdem war ich mit mehr Frauen als Männern befreundet. Mein bester Freund war eine Frau und musikalisch steh ich total auf Robbie Williams. „Wie meinst du das?“ frage ich sie leicht irritiert.
Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, sind offen für Andersheit und Diversity. Wir haben nichts gegen Schwule, Lesben oder Bisexuelle. Wir wollen, dass unsere Kinder mit offenen Augen und offenem Herzen groß werden, die gesellschaftlichen Schubladen sprengen und die Welt als einen großen Platz der Vielfalt und Andersheit ansehen. Wir leben im Hedonismus, im Postmateralismus und wollen alle irgendwie anders, besonders und vor allem indivuell sein. Weil wir individuell sind!
Doch schaut man z.B. in Modekataloge, dann sieht man die typischen Stereotypen: Blau gleich männlich und Rosa gleich weiblich. „Also wir ziehen unser Kind ja bunt an!“ – Ja und warum hat dann euer Mädchen nur rosa Klamotten an und der Junge dahinten nur blaue Sachen an? Mensch Kinners, was leben wir denn da vor? Natürlich gibt all das uns Sicherheit, aber wir drücken unsere Kinder doch in die selben Schubladen, in die wir gedrückt wurden. Wer sagt denn, dass Männer statt Grau und Schwarz nicht Rosa tragen dürfen oder Händchen halten können? Dieses »das geht nicht« findet in unseren Köpfen statt! Soetwas ist in unserer Gesellschaft verpönt.
Kann auch sein, dass ich mit meinem roségoldenen Smartphone das Weltbild mancher Menschen durcheinander bringe. „Ey, hast du dich beim Bestellen verklickt?“ oder „Warste besoffen, ne?“ und auch gerne „Wette verloren, scheiße, wa?“ sind da noch harmlos. Aber hej, gern geschehen. Wenn ich dich damit irritieren kann, dann habe ich das gerne gemacht. „Also wir ziehen unseren Jungen auch manchmal rosa an.“ und dann folgt oft: „Wieso hast du ein rosa Handy?“ Oke, ich muss jetzt etwas klarstellen! Erstens, das Handy ist roségold, zweitens, verwechsel Vorbild nicht mit Vorurteil!
Voller Überzeugung antworte ich meiner Frau also nach kurzer Überlegung: „Alles gut, ich bin nicht schwul, nur anders.“ Sie weiß, dass ich Ironie nicht verstehe und zieht mich damit auf. Sie kennt und liebt mich so wie ich bin. Das mit der Ironie werde ich allerdings wohl nie verstehen. Ich freue mich jedenfalls auf die Zeit, wenn ich mit lackierten Nägeln auf die Arbeit komme. Natürlich in Roségold.

Update: Pampers verhöhnt Kinder zum Internationalen Tag der Kinderrechte

Update: Pampers verhöhnt Kinder zum Internationalen Tag der Kinderrechte

Heute ist Internationaler Tag der Kinderrechte. Erschüttert und zutiefst geschockt bin ich heute auf eine Anleitung gestoßen, in der beschrieben wird, wie Kinder anhand von »Auszeiten« richtig bestraft werden. Es handelt sich dabei nicht um irgendeine Seite im Netz. Nein, diese Anleitung ist auf der Internetseite von Pampers zu finden. WTF? Pampers sollte doch zur Lobby der Kinder gehören und keine »wie-bestrafe-ich-meine-Kinder-Ratgeber« schreiben. Hallo? Geht’s noch? Was sich dort liest ist eine Anleitung aus längst überstandenen Zeiten. Dort heißt es zum Beispiel:

Seien Sie bei der Umsetzung von Regeln konsequent 
Während der Auszeit findet keinerlei Kommunikation zwischen dem Elternteil bzw. der Aufsichtsperson und dem Kindstatt [sic!]. Die Auszeit ist als eine abgeschwächte Form von Isolation zu verstehen. Damit bringen Sie zum Ausdruck: „Wenn du das tust, gehörst du nicht dazu.“
https://www.pampers.de, abgerufen am 20. November 2016

„Keinerlei Kommunikation“ und „abgeschwächte Form von Isolation“? Für mich ist keine Kommunikation während der „Auszeit“ 100% Isolation. Es ist sogar noch schlimmer, denn das Kind weiß sogar, dass die Mutter oder der Vater hinter einem ist. Das ist Liebesentzug und gleichzusetzen mit psychischer Gewalt! Diese Methode stammt aus der Schwarzen Pädagogik, die zum Ziel hatte, Kinder zu brechen und gehorsam zu machen. „Wenn du das tust, gehörst du nicht dazu.“ Also im Umkehrschluss bedeutet das dann, wenn du immer schön das machst, was man dir sagt, dann gehörst du dazu? Was ist das denn für eine Erziehung? Physische und psychische Gewalt dienten zur Machtausübung der Erwachsenen. Das hat nichts mit der Pädagogik zu tun, die auf Wertschätzung, Selbstbestimmtheit und Achtung baut. Es geht noch weiter:

Vergeben und vergessen.
Nach Ablauf der Zeit sagen Sie „Jetzt ist es vorbei“, umarmen Sie Ihr Kind und belassen Sie es dabei. Sprechen Sie den Vorfall nicht erneut an. Geben Sie dem Kind eine neue Beschäftigung, die eine positive Alternative zur verbotenen Aktivität darstellt.
https://www.pampers.de, abgerufen am 20. November 2016

Wie bitte? Der Deckmantel des Schweigens? Wie damals in der Kirche? Die christlichen Weltbilder, die auf diese Prinzipien aufbauen, sind doch längst überholt. Das Humanistische Menschenbild hat in die Kleinkindpädagogik Einzug gehalten. Diese Anleitung ist nicht nur ein Faustschlag gegen die Rechte von Kindern. Es ist überdies heuchlerisch, wenn man überlegt, dass Pampers und UNICEF kooperieren.
Nachtrag 21.11.2016: Es geht doch! Keine 24 Stunden nach einem gewaltigen Shitstorm in den sozialen Netzwerken hat Pampers den Artikel aus dem Netz genommen. Wer wissen will, was drin stand, es gibt einen Screenshot. Hier ein Bericht aus der WAZ.
Foto: Paul Keller, pampers, CC BY 2.0 DE

Einen Haps für Oma, einen für Opa und einen für Papa

Einen Haps für Oma, einen für Opa und einen für Papa

Neulich saß ich mit Baby in der Küche. Essenszeit. Es gab die Reste von unserer Elternzeitreise. War nur noch Fisch da. Puh, die arme Maus. Fisch ist das Zeug, das immer zwei Mal stinkt riecht. Das wusste auch das Baby.
„Mmmmh, ist das lecker.“ Ich rühre mit dem Plastiklöffel im Gläschen. Hoffentlich sieht sie nicht, wie ich skeptisch mein Gesicht verziehe. Dass die Spanier auch immer so riesen Gläschen verkaufen müssen. 1/3 mehr drin als in deutschen Gläschen. Dachte, die essen da viel Fleisch. Warum haben wir Fisch gekauft? Mein Gesicht verzieht sich zu einem verzweifelten und von ekel verkrampftem Lächeln. Wird schon klappen.
„Mach mal aaaaaaah… mmmmh, guck mal, was der Papa da hat!“ Die Lippen bleiben geschlossen. „Aaaaah… schau mal hier… mmmmh, wie gut das riecht.“ Sie scheint zu wissen, dass irgendetwas anders ist. Na gut, neuer Versuch. Ich nippe mit der Oberlippe leicht am Löffel und zeige ihr, dass es nicht so schlimm ist. Der Fisch steigt mir in die Nase. „Boah stinkt das Zeug. Das kann doch nicht schmecken.“ Ich verziehe vor Ekel das Gesicht. „Wie hat unser Baby das die letzten Wochen nur ausgehalten? Tapferes Mädchen.“ Mist, jetzt hängt ein Stück an meiner Lippe, verdammt. Ich wische es mit der Zunge ab. Mich schüttelts am ganzen Körper. Männerschnupfen ist nichts dagegen! Ehrlich!
Wie hat meine Mutter das damals gemacht? Meine Brüder sind einige Jahre jünger und irgendwie mussten die ja auch mal Fisch essen. Na, mit Oma und Opa. „Ein Löffel für die Oma…aaaaaah…“ – nichts geht. Baby reist die Augen auf. Vielleicht sollte ich es mit Opa versuchen. „Ein Löffel für Opaaaaaa…aaaaah…“ Auch nichts. Verdammt, ich bin nicht gemacht für’s Füttern. Doch ich gebe nicht auf. Als Hobbypilot kenne ich natürlich die ultimative Antwort. „Brrrrrrrrrrruuuuum, bbbrruuuuuuummmm… hier kommt das Flugzeug… mach mal aaaaaaah…“. In dem Moment kommt meine Frau in die Küche. „Wenn sie satt ist, dann motiviere sie bitte nicht zu essen.“
Grinsend sitzt Baby vor mir, den Trinkbecher in der Hand und nuckelt am Wasser. „Oke, 1:0 für dich, aber die Windeln, die macht Mama!“

Wenn es das Meer bis nach Hause schafft

Wenn es das Meer bis nach Hause schafft

Die Kleine sitzt im Tragesystem vor meiner Brust. Solche Systeme sind schon eine tolle Erfindung. Mit ihren Händchen umgreift sie meine Zeigefinger und drückt immer fest zu, wenn sie sich über etwas freut. Zusammen mit Mama spazieren wir am Strand entlang und lauschen den Wellen. Wir genießen den innigen Kontakt. Mit großen Augen schaut die Kleine auf’s Meer und fängt bei jeder großen Welle herrlich an zu lachen. So ein schöner Moment, den wir mit dem Fotoapparat einfangen. An dieser Stelle vom Mittelmeer sind die Wellen lauter als anderswo und gleichen eher den Wellen der Nordsee. „Schön zu sehen, wie die Kleine die Elemente liebt und so auf Naturgeräusche abfährt“, grinst meine Frau, während wir näher an die Wellen herangehen. Wir bleiben noch ein paar Minuten, ehe wir zum Bus zurückkehren.
Da meine Frau nach der Reise wieder arbeiten geht und ich die Kleine tagsüber betreuen werde, gewöhnen wir sie bereits an die neue Situation. Papa macht das Essen und füttert die Kleine, wechselt Windeln und bringt die Kleine ins Bett. Letzteres klappt allerdings nicht so gut. An dieser Stelle würde meine Frau den „Busenneid“ anführen. Ich fühle mich jedes Mal geknickt, wenn ich verzweifelt das schreiende Baby mit den Worten „hier, klappt nicht, mach du mal weiter“ an sie übergebe. Dann überlege ich, woran es liegt (ja, Busenneid) und experimentiere herum. Einmal habe ich die Kleine vorher so sehr beim Spielen ausgepowert, dass sie noch lauter nach Mama schrie. Ein andern Mal habe ich »Bruder Jakob« und »Was müssen das für Bäume sein« gesungen. Sie schaut mich dann immer an und denkt sich: „Dein Ernst?“ Ein weiteres Mal habe ich ganz langsam gezählt und dabei meine Finger benutzt: „Eins, zwei, drei, …“ Bei 259 habe ich verzweifelt aufgehört. Hat alles nicht geklappt, „hier, nimm du mal, klappt nicht“. Meine Frau streicht mir dann durchs Haar und schaut mich tröstend an.

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Als Student saß ich oft mit Freunden am Strand, hörten chillige Musik und haben das Leben genossen. Doch jetzt als Papa kann ich der Kleinen natürlich kein Jack Johnson zum Einschlafen vorspielen. Kann ich natürlich schon, findet meine Frau dann aber nur bedingt witzig. Letztendlich würde sie die Kleine wieder bekommen. Mal sehen, ob’s heute klappt. Beim Wickeln und Umziehen singe ich die bekannten Lieder. Die Stimmung ist auf beiden Seiten gut. Die Gute-Nacht-Geschichte klappt wie gewohnt hervorragend. Baby dreht dann immer total ab, streichelt, küsst und sabbert die Tiere im Bilderbuch voll. Entsprechend gewellt sehen die Seiten schon aus. Mama lässt uns nach dem Gute-Nacht-Kuss allein. Nun gut, ich schalte die Bluetooth-Box an, regel auf angenehme Lautstärke und drücke auf Play. Kurz darauf erklingt das Wellengeräusch vom Nachmittag. Glucksend und strampelnd vor Freude liegt die Kleine neben mir. Gemeinsam lauschen wir den Klängen des Mittelmeers. Es dauert noch bestimmt 20 Minuten, ehe sie eingeschlafen ist. Mit ihrem Händchen hat sie meinen Zeigefinger fest umschlossen, so, wie sie es im Tragesystem immer macht.
In dieser Nacht bin ich der glücklichste Papa! Meine Frau streicht mir durch Haar und grinst mich stolz an.

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