5 Fakten über meine Elternzeit

5 Fakten über meine Elternzeit

Drüben auf Instagram wollte toni.amadopulus wissen, was meine 5 Papa-Fakten sind. Die erste Antwort habe ich schon auf Instagram gepostet und damit Rüdiger von Mannpluskindgleichvater aktiviert. Anlässlich meines letzten Tages in Elternzeit kommt jetzt meine überarbeitete Fassung.

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Eigentlich sollte der Beitrag gar nicht so lang werden. Aber du kennst das sicherlich, wenn mensch in einem Flow ist und einfach drauf los schreibt. Nun ja, sorry dafür. Naja, vielleicht vertone ich den Beitrag noch mal, dann kannst du ihn dir auch anhören. Hier noch mal der initiale Post von Toni:
https://www.instagram.com/p/BRxs5yAhuBN/

Fakt 1: Gelassenheit

Wie du in den letzten Beiträgen vielleicht gemerkt hast, war ich in der Zeit, als meine Frau Elternzeit hatte, nicht viel zu Hause und konnte daher einige Entwicklungsschritte nicht wirklich live miterleben. Vielleicht ist es eine Ausrede, aber der Job hat mich emotional aufgefressen und war ständiger Begleiter, wenn ich eigentlich abschalten wollte. Vor genau einem Jahr war ich sogar beim Arzt wegen Herzproblemen und wollte irgendwie nicht wahrhaben, dass der Job nicht gut für mich ist, ja sogar nicht gut für die Familie ist. Wahrscheinlich bin ich nur wegen der kommenden sechsmonatigen Elternzeit ab September 2016 im Job geblieben. Ein kleines Wesen hat mich in dieser Zeit wieder eingefangen und resettet.
Danke kleiner Sonnenschein. Du hast mich sehr auf die Probe gestellt. Immer dann, wenn dein Bauch grummelte oder sich ein Zähnchen ankündigte. Du hast gerufen, geweint und brauchtest Nähe. In den ersten Wochen alleine mit mir, hast du sehr nach Mama gerufen. Wir beide haben dann gekuschelt und gespielt. Du hast mich sehr gefordert, warst mein Antrieb und Schwung, hast mich motiviert und getrieben. Nie hatte ich das Gefühl aus der Haut zu fahren oder zu verzweifeln. Ich habe mich besonders auf diese Situationen gefreut, wenn ich dich beruhigen durfte und dir ganz nah war. Denn diese Situationen sind der Klebstoff für eine enge Vater-Tochter-Bindung. Jetzt verstehe ich dich und weiß wer du bist. Trotzdem lerne ich dich jeden Tag aufs Neue kennen. Ich freue mich schon sehr auf die hoffentlich vielen weiteren Momente zusammen mit dir.

Fakt 2: Zeit schätzen gelernt

Mit dem Umzug von Kiel nach NRW im Juni 2014 hat mein Leben mit einem Mal richtig an Fahrt aufgenommen. Auf gepackten Kartons sitzend habe ich meine Frau kennengelernt, kurz danach begann mein neuer Job in einem Sportfachverband in Duisburg und kurze Zeit später folgten Schwangerschaft und Hochzeit. Heute haben wir März 2017 und es sind nicht einmal drei Jahre vergangen. Alle Entscheidungen haben wir beide aus tiefstem Herzen und bewusst entschieden. Seitdem haben sich die Prioritäten im Leben immer wieder geändert. So schnell, dass ich zeitweise gar nicht mehr hinterherkam. Zu den Gründen siehe u.a. Fakt 1.
Die Kleine hat uns ganz schön im Griff und Zeit ist ein so kostbares Gut geworden. Das habe ich zu schätzen gelernt. Nicht nur die Zeit mit meiner Tochter ist mir sehr sehr wichtig, sondern auch die Zeit mit meiner Frau. Wir haben im Grunde nur abends Zeit uns über den Tag auszutauschen und tiefgründige Gespräche zu führen. Und auch nur solange die Kleine schläft. Damit wir auch Zeit für uns haben, haben wir einen Heiner-Tag und einen Corinna-Tag eingeführt. Ein Nachmittag pro Woche steht uns zur freien Verfügung, damit wir unseren Bedürfnisse nachgehen können. Montags sitze ich dann in einem Café, genieße die Zeit für mich, lese oder telefoniere und texte mit Freunden. Ich sollte endlich wieder mit Sport anfangen.

Fakt 3: Weniger ist mehr

Wir leben reduziert, zahlen eine schmale Miete und haben dafür auch nur eine 46qm 60qm Wohnung im 4. Stock 3. Stock. Unser Familienbett besteht aus einer Matratze mit Lattenrost, die auf dem Boden liegt. Sehr praktisch, denn so kann die Kleine zwar rausfallen, sich aber dabei nicht verletzen. Das Bettgestell gibt es übrigens drüben bei eBay Kleinanzeigen. Gleiches gilt übrigens für Klamotten und Spielsachen. Wir durchsuchen Kleinanzeigen und bekommen von anderen Eltern passende Kleidung geschenkt oder geliehen. Wir verkaufen unser Auto, weil wir es nicht mehr brauchen. Wir sind Fahrradfahrer aus Leidenschaft.
Als Beschäftigte im sozialen und medizinischen Bereich können wir eh keine großen Sprünge machen. Wir machen das aber nicht des Geldes wegen, sondern weil das unsere innere Einstellung und tiefste Überzeugung ist. Trotzdem stehen wir finanziell gut da. Der nächste Schritt ist die Reduzierung von Müll. Wir gehen seit ein paar Wochen auf den Markt und kaufen ausschließlich regionale Produkte. Das ist erstaunlich preiswert und reduziert den Plastikmüll! Denn weniger ist mehr (werde ich bei den nächsten Texten beherzigen… vielleicht).

Fakt 4: Selbstbehauptung und Abgrenzung

Die Bedürfnisse unserer Tochter stehen im Fokus (siehe Fakt 2). Wir bezeichnen uns nicht als Helikoptereltern und denken auch nicht, dass es soweit kommen wird. Vielmehr reflektieren wir unser Tun und Handeln und hoffen, den Bedürfnissen gerecht zu werden. In der Entwicklungspsychologie spricht mensch von Feinfühligkeit. Das ist uns wichtig und dafür setzen wir uns ein. Doch egal wohin ich mit der Kleinen gehe, muss ich mich behaupten und abgrenzen. Das fängt an, wenn fremde Menschen ihre Finger in das Gesicht meiner Tochter stecken und hört bei Erziehungstipps auf.
Für meine Werte und Normen einzustehen und sich gegen die Zuschreibung von außen zu behaupten ist manchmal gar nicht so einfach. Ich bin unheimlich stolz darauf, in der kurzen Zeit gelernt zu haben, mich so gut abgrenzen zu können. „Nehmen Sie bitte ihre Finger aus dem Gesicht meiner Tochter“ und „Danke für deinen Rat und deine Tipps, wir machen es anders.“ Irgendwie ist dieser Text gleichzeitig auch ein Ausdruck von Selbstbehauptung und Abgrenzung stelle ich gerade fest.

Fakt 5: Rollenbilder und Stereotypen

Wenn ich an meine Kindheit und Jugend zurückdenke, dann wurde ich in einem Rollentypischen Haushalt groß. Der Mann arbeitet und die Frau bleibt bei den Kindern zu Hause. Sicherlich wollten und haben meine Eltern einiges anders machen, doch die Rollen waren klar verteilt. Modern waren sie sicherlich in dem Punkt, dass meine Schwestern Schwester alles das können sollte, was Männer auch können sollten. Also aus Sicht der Stereotypen: Neben dem Reifenwechsel war das vor allem die Fliegerei. Danke Sabine, für diesen Gedankenanstoß! Immerhin sind wir eine Fliegerfamilie und auf dem Flugplatz groß geworden. Daneben war meinem Vater wichtig, dass wir IT-Kenntnisse erwerben. Schon früh haben wir einen eigenen PC bekommen.
Mir wurde nicht gezeigt, wie ich koche, wie ich Wäsche wasche oder wie dies und das im Haushalt geht. Es wurde einfach angenommen, dass ich als Mann andere Aufgaben habe. Sicherlich habe auch ich meinen Anteil daran, doch wenn Kinder früh in die häuslichen Aufgaben eingebunden werden, wäre es mir deutlich leichter gefallen. Windeln wechseln, Putzen, Staubsaugen, Wischen, die Spülmaschine ein- und ausräumen, Wäsche aufhängen und für Ordnung halten: heute alles kein Thema mehr. Sogar die Betreuung und Begleitung unserer Tochter fällt mir leicht. Ich bin mit dem Kopf dabei und muss nicht erst aufgefordert werden, etwas zu tun oder zu lassen. Das empfinde ich als echte Emanzipation. Musste ich aber auch erst lernen.

Nicht Buddha aber ein ständiger Begleiter

Zum Schluss noch ein Zitat, das mich schon seit einigen Jahren begleitet. Es wird fälschlicherweise Buddha zugesprochen, stammt aber aus der Feder von Jack Kornfield.

Frei übersetzt heißt es in etwa:

Am Lebensende zählen nur drei Dinge: Wie sehr du geliebt hast, wie gutmütig du gelebt hast und wie anmutig du Dinge hast ziehen lassen, die nicht für dich gedacht sind.

Der alte Job hat seine Schuldigkeit getan, jetzt darf ich ihn ziehen lassen. Im April fange ich als Sozialarbeiter bei einem neuen Arbeitgeber an. Dieses Mal in Teilzeit und für viel weniger Gehalt. Wichtiger ist, dass die Betreuung unserer Tochter zu Hause gesichert ist. Meine Frau und ich düsen dann abwechselnd mit dem Rad zur Arbeit. Sie konnte ihre Kernarbeitszeit verschieben und ermöglicht mir dadurch den Wiedereinstieg. Dafür bin ich ihr sehr dankbar!
Du bist auch Papa, bist gerade in Elternzeit, hast sie noch vor dir oder schon hinter dir? Dann bin ich gespannt auf deine Vater-Fakten. Schreib sie gerne in die Kommentare!

Mein persönliches Manifest – 8 Regeln für ein selbstbestimmtes Leben

Mein persönliches Manifest – 8 Regeln für ein selbstbestimmtes Leben

Das Wort Manifest erinnert mich immer an den Kunstunterricht von damals. Mit Manifest verbinde ich eine Haltung und einen persönlichen Auftrag. Angeregt durch Andrin und ihrem Blog Mom and Art habe ich nun auch mein persönliches Manifest verfasst.

Das Leben verändert sich permanent und sicherlich wird sich mein Manifest in ein paar Jahren wieder verändern. Sehr überrascht war ich allerdings, als ich Regeln gefunden habe, die mich scheinbar durch mein bisheriges Leben begleitet haben. Vor einiger Zeit habe ich bereits darübergeschrieben. Nun also ein Manifest, das mich daran erinnern soll, wohin die Reise meines Lebens gehen wird. Eine Reise, die immer wieder neue Richtungen einschlägt und neue Zwischenziele findet. Es soll Kompass und Landkarte sein und mich auf der Reise sicher begleiten.

Für ein selbstbestimmtes Leben

Es geht um Leichtigkeit, um die Sicht auf das Leben, um Unbeschwertheit und natürlich um den Wert und die Liebe zu meiner Familie. Es geht um Achtsamkeit zu sich selbst und zu anderen Menschen. Vor allem aber geht es um die Liebe zum Leben, die Treue zu sich selbst, die Neugierde und das Üben von Bescheidenheit. Keine leichte Aufgabe, doch mit Freude und Zuversicht bin ich mir sicher, dass sich ein unbeschwertes Leben offenbart. Denn so oder so, es ist alles eine Frage der Perspektive und der Denkweise.

Ich lade dich ein, dein eigenes Manifest zu verfassen und es mit uns zu teilen. Andrin hat mich inspiriert und ermutigt. Nun bin ich gespannt auf dein Manifest.

Emotionale Abhängigkeit: Der größte Fehler überhaupt!

Emotionale Abhängigkeit: Der größte Fehler überhaupt!

Damals dachte ich noch, ich müsste Karriere machen. Als medienaffiner Teenager, der von seinem Vater schon mit 12 Jahren einen Macintosh Performa 5200 sein Eigen nennen durfte, habe ich sehr schnell gelernt, mich in der digitalen Welt zurecht zu finden. Mein Vater, der frühe Held.

Die Beziehung zu meinem Vater war nicht immer einfach. Früher war er viel unterwegs und obwohl er irgendwann sein Büro zu Hause hatte, sah ich ihn oft erst spät abends und am Wochenende. War damals so. Als junger Stöpsel habe ich allerdings eine Identitätsperson gebraucht. Lange wusste ich nicht, wer ich bin und was ich vom Leben erwarten sollte. Ich war ständig und permanent auf der Suche nach Akzeptanz und Anerkennung. Bekommen habe ich das primär von meiner Mutter, doch gebraucht hätte ich es von meinem Vater. Aber keine Angst, das soll kein Vater bashing werden!

Emotionale Abhängigkeit und Vorbilder

Mein Vater arbeitete damals als Wirtschaftsprüfer und Controller in einer großen Fullservice Werbeagentur, glaube ich jedenfalls. Da ich damals nicht wusste, wohin sich mein Leben beruflich einmal entwickeln sollte, nutze ich die Möglichkeit, das Schulpraktikum dort zu absolvieren. Wenig Aufwand und viel Spaß. Als Kind lag Düsseldorf am anderen Ende der Welt und war entsprechend mega spannend für mich. Das Kind vom Dorf in der Großstadt. Für mich tat sich eine völlig neue Welt auf, überall standen die neusten Macs und riesige Digitaldrucker und die Mitarbeiter waren die coolsten Menschen, die ich bis dahin kennengelernt hatte. Ein Paradies. Ich durfte sogar mein bescheidenes Können in Photoshop unter Beweis stellen und habe ein Autoradio in ein neues Bildmotiv hinein retuschiert. Yay, ich war infiziert von dieser Welt.

Die mahnenden Worte des angestellten Produktioners habe ich noch in den Ohren: „Mach alles, aber geh 1. nicht in die Werbung und werde 2. kein Produktioner.“ Mein neues Vorbild war gefunden. Bei mir kam nämlich nur an: „Geh‘ in die Werbung und werde Produktioner!“

Nach Abitur und Bundeswehr ging ich also mit Anfang 20 nach Hamburg und heuerte bei einer Produktionsagentur an: Ich wurde Produktioner. Im schnellen Sportwagen fuhr ich damals hin und wieder die 500km nach Hause zu meiner Familie. Dabei trug ich natürlich die besten Klamotten und teure Schuhe. Ich wollte vor allem meinem Vater zeigen, was ich erreicht hatte. Schau her, sieh mich an und sag mir, dass du stolz auf mich bist. Mein inneres Kind schrie förmlich danach. Ich war emotional abhängig. Ein emotional verarmtes Kind, gefangen im Körper eines Erwachsenen. Doch jetzt sollte sich das endlich ändern! Immerhin arbeite ich mit Macs, bin in einer Werbeagentur und arbeite als Produktioner. Voll im Karrieremodus:

„Hej Papa, bist du stolz auf mich?“

Der größte Fehler überhaupt

Emotionale Abhängigkeit nennt man dieses Phänomen, das ich gerade beschreibe. Es ist tatsächlich so passiert und ich glaube, es ergeht vielen Erwachsenen so. Liebe & Anerkennung ist das, was wir uns von der Ur-Familie wünschen, was wir brauchen, um zu wachsen und selbstständige starke Menschen zu werden. Ich war emotional abhängig von ihm und konnte mich nicht lösen. Ständig war ich auf der Suche nach Gelegenheiten, um Zuneigung und Anerkennung zu erhaschen. Nie hat er mir gesagt: „Ich bin stolz auf dich!“ In den Arm genommen, hat er mich auch nie. Mich hat das damals innerlich aufgefressen. Als HSP ist das eine besondere Qual, es hat mich ständig aufgewühlt und beschäftigt.

Erst als ich nicht mehr konnte und aus dem Job ausbrechen musste, habe ich gelernt, mit meiner emotionalen Abhängigkeit umzugehen. Das ist leider ein Prozess, der lange dauert. Die Früchte der Erkenntnis reifen langsam und schmecken zunächst bitter. Dafür braucht es nämlich immer wieder Situationen, die weh tun und schmerzen. Nach der Zeit in Hamburg bin ich für 3 Monate nach Südtirol auf einen Bergbauernhof gegangen und habe mich dort „wiedergefunden“. Auch dort war ich in einer emotionalen Abhängigkeit, aber zu einer richtig tollen und liebenswerten Familie. Von meinem Bergbauern Luis sollte ich wieder geerdet werden und die Schönheit und Faszination des Lebens lernen. Ab jetzt arbeite ich mit Vorbildern und nicht mehr mit emotional Abhängigen.

Emotionale Abhängigkeit und Privat und Beruf

Aber auch in Paarbeziehungen habe ich immer wieder in emotionalen Abhängigkeiten festgesteckt. So war ich mit einer Frau zusammen, die mich energetisch ausgesaugt hat. Nach 3 Jahren habe ich mich getrennt – die wahrscheinlich beste Entscheidung meines Lebens, denn es war eine pure Befreiung. Mir wurde oft gesagt, dass ich mit meiner eigenen Mutter zusammen gewesen sei, was auch irgendwie gestimmt hat, also im übertragenen Sinne. Die Befreiung aus dieser Beziehung war auch eine Befreiung von meiner Mutter. Den Konflikt, den wir vor ihrem Tod ausgetragen hatten, konnten wir nie lösen. Dafür sollte diese Beziehung herhalten, aber das ist eine andere Geschichte.

Das System Familie und Beziehung war geklärt. Das System Beruf und Job noch nicht. Auch im Beruf gibt es diese emotionalen Abhängigkeiten. Hier hatte ich Vorbilder, die mich gefördert und protegiert haben. Lob und Anerkennung waren wichtige Bestandteile, die ich eingefordert habe und die mir zugesprochen wurden. Kreativität und Motivation waren mein Antrieb, doch als HSP ist das ein Teufelskreis. Mehr Lob steigerte meine Motivation, was wieder mehr Lob einforderte. Gleichzeitig sollte ich es so machen, wie meine Vorbilder. Sobald ich meine Vorstellung vom Leben Ausdruck verliehen hatte, ist die Beziehung zusammengebrochen. Aufgrund der emotionalen Abhängigkeit spürte ich Enttäuschung und Distanz, was mich innerlich aufgewühlt, verletzt und sehr beschäftigt hat.

Der Wandel

Vor drei Jahren konnte ich nun endlich meinem Vater in die Augen sehen und ihm ohne Groll oder Vorwürfe sagen, dass ich die emotionale Abhängigkeit zu ihm nicht mehr benötige. Wir haben ein sehr langes und ausgiebiges Gespräch geführt, sind spazieren gegangen und haben den Tag genossen, ein Eis gegessen und mussten uns vor dem Regen in Sicherheit bringen. Ein schöner Tag, an dessen Ende die absolute Befreiung stand. Ein glücklicher und befreiender Moment in meinem Leben. Nun war ein großes Hindernis aus dem Weg geräumt und der Weg frei für neue Beziehungen und neue Erkenntnisse. Schon kurz danach sollte ich meine jetzige Frau kennen- und lieben lernen.

Als ich nun vor einem Jahr Vater wurde und konsequent meine Vorstellung vom Leben umsetze, entfernte ich mich mehr und mehr von meinen alten Vorbildern. Ja, sie haben es anders gemacht und ja, ich mache es anders als sie. Nur die emotionale Abhängigkeit war noch da und sollte eine große Hürde werden, an dessen Ende die Kündigung stand. Im beruflichen System war es nicht mehr möglich, die Unterschiede zu überwinden. Genau wie damals in der Produktionsagentur musste ich auch hier selber kündigen, um mich aus der emotionalen Abhängigkeit zu befreien. Nur brauche ich jetzt keinen Bergbauernhof mehr, um bei mir zu sein. Meine Familie, die vielen Gespräche und letztendlich die Loslösung von den Vorbildern haben mich befreit.

Jetzt darf ich Vorbild sein: für meine Kinder.

Nun darf ich die Früchte ernten, sowohl im Privaten mit meiner Familie, als auch im Beruflichen. Die Fühler sind so fein eingestellt, dass ich hoffe und mir wünsche, nie wieder in eine emotionale Abhängigkeit zu rutschen. Meinen Kindern möchte ich eine bedürfnisorientierte Entwicklung ermöglichen, die nicht von Abhängigkeiten lebt. Sie sollen bestärkt aber nicht überbehütet groß werden und dennoch zu starken Menschen heranwachsen. Mit stark meine ich hier, dass sie sich stets bewusst sind, wer sie sind, woher sie kommen und wohin sie gehen. Ich möchte meinen Kindern eine Orientierung geben, dass sie selbständig sind und glücklich ihr Leben leben.

Was sind deine Gedanken zum Thema emotionale Abhängigkeit? Kennst du das selber von dir? Schreibe mir in den Kommentaren, was du darüber denkst.

Dinge, die du auf einer Reise mit Baby nicht brauchst

Dinge, die du auf einer Reise mit Baby nicht brauchst

Gestern Abend saßen wir gemeinsam auf der Couch und erinnerten uns an die Reise durch Frankreich und Spanien. Wir sind seit 4 Monaten wieder zu Hause. Zeit also, neue Ziele für 2017 zu finden und spannende Trips zu planen. Unser Gespräch drehte sich allerdings eher um die Dinge, die wir hätten getrost zu Hause lassen können. Davon möchte ich euch kurz berichten.

Auf jeden Fall muss der Kinderwagen mit!

Dachten wir jedenfalls. Letztendlich haben wir ihn auf der Elternreise kaum benutzt. Dafür hat er ziemlich viel Platz eingenommen und musste bei Regen im VW Bus bleiben. Wir verfrachteten ihn dann auf den Beifahrersitz, den wir dann nicht mehr benutzen konnten. Im VW Bus kann man die Pilotensitze vorne um fast 270 Grad drehen. Statt Kinderwagen haben wir unsere kleine Tochter dann im Tragetuch oder Tragesystem getragen. Mit der Zeit wurde sie allerdings immer schwerer und neugieriger, sodass wir sie zum Ende der Reise auf den Rücken tragen mussten. Selbst bei Ausflügen in Städte haben wir den Kinderwagen noch mitgenommen, aber kaum für unsere Kleine benutzt. Sie schlief eh viel lieber vor Papas oder Mamas Bauch. Wir haben so einen tollen Kinderwagen, der sich sogar als Buggy nutzen lässt. Genau, ihr ahnt es, haben wir nie genutzt. Bleibt also beim nächsten Trip zu Hause.

Eine Sitzerhöhung darf nicht fehlen!

So eine praktische Sitzerhöhung von Babymoov haben wir in einigen anderen Blogs und Foren vorgeschlagen bekommen. Die reisenden Eltern haben den Sitz hoch gelobt, wie praktisch und erleichternd er doch beim Füttern sei. Uns hat allerdings das Material Bauchschmerzen bereitet. Allerdings haben wir ihn – schlechten Gewissens – doch gekauft. Was soll ich sagen… es handelt sich um ein Stück Plastik, dass zusammengeklappt gut zu transportieren ist und nicht viel Platz wegnimmt. Doch einen Mehrwert hat der Sitz höchstens, wenn man alleine mit Kind reist. Wir haben eh die gesamte Zeit zusammen verbracht, sodass einer von uns beiden die Kleine auf dem Schoß hatte, während der andere gefüttert hat. Ja, wir haben uns blenden lassen und nicht auf unseren Bauch und unsere Werte gehört. Wir haben den Sitz nach unserer Reise wieder verkauft.

Diese große Tasche mit der Kleidung ist ganz wichtig!

Auch wir haben den Fehler gemacht, zu viele Taschen und zu viel Kleidung mitzunehmen. Ja, es ist wirklich so. Dieses Lieblings-Shirt und jene Lieblingshose müssen auf jeden Fall mit. Aus einer wurden zwei, aus drei wurden vier Lieblingssachen. Drei Jacken für warmes, mildes und kaltes Wetter und natürlich Regen-, Jeans- und Wanderhosen. Immerhin sind wir ja auch acht Wochen unterwegs! Für unsere Kleine haben wir auch mehrere Taschen mit Wechselklamotten dabeigehabt, wobei wir tatsächlich gar nicht alles gebraucht haben. Waschen konnten wir auf jedem Campingplatz und wenn es kalt wurde, haben wir ihr mehrere Schichten angezogen. Fertig. Dass weniger mehr ist, habe ich zuletzt auf einer Wanderung durch Nordschweden erfahren. Es geht auch mit 2 Paar Socken, 2 Funktionsshirts, einer bequemen und einer Wanderhose sowie ein wenig Unterwäsche. Dazu noch eine Daunenjacke, die man in eine Regenjacke einhängen kann. Irgendwie müssen wir da noch an uns arbeiten, denn eigentlich wissen wir es doch besser!

Spielzeit, wir brauchen auf jeden Fall Spielzeug für die Kleine

Nein, brauchen wir nicht. Schon nach einer Woche haben wir die Hälfte der Spielsachen in eine Tasche (sic!) gepackt und den Schwiegereltern mitgegeben. Wir haben sie in Frankreich getroffen, als sie auf der Rückreise waren. Um es kurz zu machen: Eine Rassel, ein Stofftier und ein Beißring reichen auch! Alternativen gibt es in Form von Kleidung, Schlüsseln und anderen spannenden Alltagsgegenständen. Trust me, it’s true!
Unsere Tochter war zum Zeitpunkt der Reise übrigens 7 Monate alt. Mal sehen, was wir auf der nächsten Reise alles mitnehmen und doch nicht gebrauchen. Sicherlich werde ich die Liste noch einmal überarbeiten, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass noch einige Reisen kommen werden, auf denen wir Dinge mitnehmen, die wir doch nicht gebrauchen werden.

 
 

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