Mein 2017 – Eine Überprüfung meiner Vorsätze

Vor einem Jahr an Silvester saßen wir auf der Couch und haben über unsere Vorsätze für das kommende Jahr 2017 gesprochen. Ich hatte gerade meinen Job gekündigt und war noch für einige Monate in Elternzeit. 365 Tage sind seither vergangen und es wird Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

Damals hatte ich einen langen Text in einer E-Mail verfasst, die automatisch ein Jahr später, am 31.12.2017 um 1 Uhr nachts  zugestellt werden sollte. Einige Auszüge und Gedanken möchte ich euch daraus teilen und für mich überprüfen, was davon im vergangenen Jahr umgesetzt wurde und was nicht. Eingeteilt habe ich die Vorsätze (was ein abgenudeltes Wort) in drei Bereiche: Beziehung & Familie, Gesundheit und Beruf.

Vorsatz 2017: Beziehung & Familie

Die Beziehung zu meiner 10 Monate alten Tochter ist richtig toll. Der Tag beginnt mit Kuscheln im Bett, dem Wickeln, ein wenig Spielen und dann natürlich einem schönen Frühstück. Sie kommuniziert mit mir und ich verstehe sie. Wenn sie Hunger hat oder etwas trinken will, dann sagt sie es mir. Sogar wenn ihre Windeln voll sind, dann bekomme ich das mit. Natürlich kann sie es mir noch nicht sagen, aber sie zeigt es mir, indem sie z.B. zum Wickeltisch krabbelt. Wenn sie ihre Zeiten zum Schlafen hat, dann hört sie mit dem Spielen auf und krabbelt auf mich zu. Ich frage sie dann, ob sie müde ist und wenn sie sich die Augen reibt, sind die Signale eindeutig. Diese Verbindung möchte ich beibehalten, sie intensivieren und auch in der Zeit nach meiner Elternzeit nicht mehr missen. Natürlich weiß ich, dass es im Job nicht mehr vollumfänglich möglich ist, aber mit reduzierten Stunden bestimmt teilweise.

Die Beziehung zu Corinna ist auf einem guten Weg zurück zur Normalität, bzw. dahin, wo sie mal war. Entspannt, leicht, fröhlich, gelassen. Das stimmt mich positiv für 2017 und da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Wahnsinn, wie sehr mich die Situation auf der Arbeit mitgenommen hat. Das möchte ich nie mehr haben. Toi toi toi. Jetzt heißt es für 2017 wieder den innigen Kontakt zu Corinna herstellen, den wir mal hatten.

 Wie sieht es 365 Tage später aus? 

Die Beziehung zu meinen beiden Lieblingen ist intensiver als zuvor, was sicherlich auch mit dem beruflichen Wechsel zu tun hat, denn nun habe ich viel mehr Zeit für die Familie. Aufgrund des Wechselschichtmodells fällt leider das morgendliche Kuscheln und das ausgeprägte Frühstück weg. Dafür verbringe ich ab Mittag eine intensive und erfüllende Zeit mit meiner Tochter. Gegen 17:30 Uhr sind wir dann wieder zu dritt und können gemeinsam den Tag ausklingen lassen. Und das jeden Tag, was mich sehr glücklich macht.

Vorsatz 2017: Gesundheit

Für das neue Jahr möchte ich wieder Sport machen. Jaja, das hört sich so doof und pauschal an, sagt ja jeder. Ne, aber ich meine das wirklich so. Zuletzt habe ich 2014 Sport gemacht. Und mit Sport meine ich hauptsächlich das Laufen. Dazu werde ich mir neue Schuhe kaufen und mich beraten lassen. Mal sehen, was das wird. Stichwort: Mehr Achtsamkeit im Alltag. Das wird bestimmt das Modewort 2017, aber für mich soll es das wirklich werden. Ich möchte achtsamer mit mir und meinem Körper umgehen. Denn seitdem ich weiß, dass ich ein HSP bin, muss und will ich das auch akzeptieren. Dazu muss ich die Signale meines Körpers nicht nur wahrnehmen, sondern auch annehmen und entsprechend reagieren. Das ist eine große Herausforderung, denn bisher habe ich das nicht oder nie gemacht. Und ich bin schon 33 Jahre alt. Mal sehen…

 Wie sieht es 365 Tage später aus? 

Mittlerweile bin ich 34 Jahre alt und habe natürlich keinen Sport gemacht. Das lag unter anderem daran, dass wir umgezogen sind und auch ein bisschen daran, dass ich nach dem Sturz auf den Steiß während der Elternzeitreise immer wieder Schmerzen beim Laufen habe. Zwar habe ich eine Laufanalyse gemacht und mir Schuhe ausgesucht, aber die neuen Schuhe habe ich mir nicht gekauft. Der Orthopäde meinte, ich sollte lieber Fahrrad fahren und Schwimmen gehen. Also 2018, du hast es gehört, das wird mein sportliches Jahr! Jetzt aber wirklich!

Mehr Achtsamkeit habe ich dann doch geschafft. Die halben Arbeitstage bedeuten leider auch halbes Gehalt, was sich sehr bemerkbar macht, gerade weil ich als Sozialarbeiter im Gesundheitssektor beschäftigt bin. Wir haben Foodsharing für uns entdeckt und leben zunehmend bewusster. Abgesehen vom geretteten Bio-Obst und Bio-Gemüse kommen unsere weiteren Lebensmittel aus dem Bioladen. Wir verzichten immer mehr auf Plastik, auf Fleisch und immer mehr auch auf Fisch. Die restlichen Alkoholflaschen der letzten Jahre, die im Schrank zustauben, werden in ein paar Tagen verschenkt und statt Kuh-Milch trinke ich seit ein paar Monaten Hafer-Milch.

Die Achtsamkeit im Alltag wird weiter ausgebaut, denn wir haben noch zu viele Plastik-Produkte im Haushalt, die ersetzt werden müssen. Als nächstes sind unsere Pfannen dran. Die Teflon-Beschichtung löst sich so langsam ab und vergiftet das Essen. Auch die Shampoos im Badezimmer haben oftmals Mikroplastik als Zusatz. Hier gibt es natürliche und umweltschonende Alternativen.

Vorsatz 2017: Beruf

Beruflich stehe ich vor einer neuen Herausforderung. Im April 2017 endet meine Elternzeit und ich möchte den Wechsel in die Gesundheitsbranche wagen. Mit Bacherlor, Master und einer systemischen Weiterbildung in der Tasche fühle ich mich gut gerüstet für diesen Schritt. Bis dahin möchte ich mir Zeit nehmen, vermehrt in die Bücher zu schauen, mich beim Arbeitsamt zu erkundigen und natürlich mich zu bewerben. Bei der AOK habe ich mich für eine Trainee Stelle beworben, die sehr passend klingt. Sollte das alles nicht klappen, also keine Jobs, die mir guttun und die im Gesundheitsbereich sind, dann bleibe ich erst mal zu Hause.

Jobs, die ich ungern machen möchte:

  • Sozialarbeiter bei einer Stadt
  • Bildungsreferent in einem Verband

Jobs, die ich gerne machen möchte:

  • Klinischer Sozialarbeiter
  • Systemischer Berater
 Kommentar 365 Tage später 

Die Bewerbung als Trainee bei der AOK war erfolglos. Rückblickend bin ich auch ganz froh, dass es so gekommen ist. Denn dann würde ich jetzt nach Düsseldorf oder Neuss pendeln und wäre sicherlich wieder in irgendeiner stressigen Spirale, aus der ich nicht rauskomme. Als ich gekündigt habe war mir klar, dass ich nicht wieder in die Situation kommen möchte, niemandem mehr gerecht werden zu können, schon gar nicht meiner Familie und mir. Daher war es gut so, wie es dann gekommen ist.

Wir sind in die Nähe unseres „Klinikums“ gezogen und wohnen seit September nur 5 Minuten zu Fuß vom Job entfernt. Seit April bin ich halbtags für 19,25 Stunden als Klinischer Sozialarbeiter angestellt und mega zufrieden und glücklich. Mein Team hat mich mit offenen Armen empfangen und mich sehr gut eingearbeitet. Ich lerne nicht nur das Handwerkszeug, sondern auch, was Ironie ist. Damit habe ich als HSPler meine Schwächen. Bei meinen Kolleginnen und Kollegen gehe ich durch eine harte Schule! Das interdisziplinäre Arbeiten ist wundervoll, zumal ich relativ frei meine Arbeit einteilen kann. Ein Glücksgriff!

Fazit für 2017

In den vergangenen 365 Tagen habe ich die Familie wieder in den Mittelpunkt meines Lebens gerückt. Drumherum hat sich dann alles zusammengesetzt. Der Job musste zu unserem Familienmodell passen, genau wie die Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Wir haben unser Auto verkauft und erledigen alles mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Natürlich unternehmen wir noch Reisen mit Fiete, dennoch achten wir mehr auf unseren Fußabdruck und versuchen nachhaltiger zu leben. Im Dezember wurde mein Vertrag entfristet, sodass wir langfristig mit diesem Familienmodell planen können. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis von bewussten Entscheidungen.

Gibt es noch etwas Negatives in 2017? Ja, vielleicht diese kräftezehrenden Begegnungen und Diskussionen, wenn ich so begeistert über unser Familienmodell berichte, mich dafür aber rechtfertigen muss. Weil ich den Mainstream und den Konsum kritisch hinterfrage. Weil ich es anders mache und dafür Abstriche mache, beim Geld, bei der Karriere und bei Statussymbolen. Anderen Menschen begegne ich immer wertschätzend und offen. Doch in solchen Momenten mag ich gar nicht mehr erzählen und denke mir, dass jede Aussage des Gegenübers auch eine Selbstoffenbarung ist. Davon bitte weniger.

Das waren die Vorsätze für 2017 und eine Überprüfung. Ich bin positiv überrascht und mehr als zufrieden, was das vergangene Jahr gebracht hat. Für 2018 gibt es natürlich wieder eine Mail, die ich mir am 31.12.2018 zukommen lasse. Ich bin jetzt schon gespannt!

Wie war dein Jahr 2017 und was hast du dir für 2018 vorgenommen? Schreib mir in die Kommentare, ich bin gespannt auf deine Vorsätze!

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