E2W2 – Schwäbische Alb, Schwarzwald, Frankreich

Wir sind auf Elternzeitreise. Papa, Mama mit K1 (3 Jahre) und K2 (8 Monate). Ich nehme mir von meinem Teilzeit-Job eine zehnmonatige Auszeit. Ab August geht meine Frau zurück in den Job. In der Zwischenzeit wollen wir erneut mit Fiete verreisen. Bei K1 waren wir in Spanien. Unser jetziges Ziel: Slowenien. Ich knüpfe direkt an die Erlebnisse der ersten Woche an.

Schwäbische Alb

Auf der Schwäbischen Alb soll es einen tollen Familiencampingplatz geben, auf den wir uns schon sehr freuen. In den Kommentaren diverser Camping-Apps liest er sich sehr positiv. Von Bauwagen, Zirkuswagen und einem alten Bauernhof ist die Rede. Tiere können bestaunt (aber nicht gestreichelt) werden und diverse Spielgelegenheiten soll es geben. Das hört sich toll an. K1 freut sich besonders auf die Spielscheune. Wir uns auf wärmeres Wetter.

Leider trifft weder das eine noch das andere zu. Die Spielscheune ist für uns Allergiker kein Ort des langen Verweilens und auch K1 mag nicht so richtig warm werden mit dem Stroh, in das sie aus zwei Metern Höhe hineinspringen kann. Warm wird uns auch nicht auf diesem Platz. Zwar kommt am dritten Tag die Sonne für mehrere Stunden heraus, doch sind wir es satt an Regen und Sturm.

Dem Platz wäre Unrecht getan, würde ich es dabei belassen. Die Atmosphäre ist absolut kinderfreundlich, es gibt sehr gute Wasch-/Dusch-/Sanitär-Anlagen und auch unsere Wäsche wurde im Trockenraum innerhalb eines Tages fertig. Die Spielgeräte sind der Hit, überall stehen Tretautos, Trettraktoren und andere mobile Spielsachen herum. Es wird uns allerdings zum Wochenende zu wuselig, sodass wir aufbrechen.

Schwarzwald

Wir verlassen also die Alb und fahren weiter in den Schwarzwald. In meiner Jugend war ich sehr oft im Südschwarzwald und habe mit unserem Flugverein Urlaub gemacht. Corinna hat einen schönen Platz am Titisee herausgesucht, der auch in der Nebensaison Rabatte anbietet. Hier verweilen wir drei Tage und hoffen auf trockenes Wetter.

An zwei Tagen spazieren wir am See die 2,5 km mit Kind und Bollerwagen in den Kurort um ein Eis zu essen. Am Sonntag haben auch gefühlt tausend Touristen die gleiche Idee. Wir bleiben nicht lange und spazieren wieder zurück. Eine wunderschöne Gegend! Corinna bringt an einem Abend beide Kinder ins Bett und gibt mir ein paar Stunden frei, einfach so. In der Zeit schaue ich mit den Sonnenuntergang am Ufer des Titisees an und höre Podcast. Der erste Moment, an dem ich nur für mich sein kann. Es sind fast 14 Tage der Reise vergangen.

Wie bereits beschrieben, suchen wir nur Campingplätze aus, die einen Spielplatz haben. Mit Kindern ein Muss. Manchmal schaffen wir es auch, direkt am Spielplatz zu stehen, wie am Titisee-Campingplatz. Für den nächsten Stopp werfen wir diese Regel jedoch über Board, denn es soll nur ein Zwischenstopp werden. Wir ändern nämlich unsere Route und fahren nach Frankreich. Die Wetterprognose in Slowenien ist einfach zu schlecht. Und wird haben noch genug Zeit für einen Schlenker nach Südwesten.

Frankreich

In zwei Etappen fahren wir also über Freiburg nach Frankreich, Kurs Marseille. Direkt hinter der Grenze sage ich zu K1, das neben mir sitzt: „Wir sind jetzt in Frankreich.“ Da fing sie an zu lachen und freute sich derbe. „Oh Frankreich, ich liebe Frankreich.“ Wahrscheinlich hat sie gehört, wie Corinna und ich uns über die Entscheidung gefreut haben, die Pläne zu ändern. Wir lieben Frankreich.

Bereits auf unserer ersten Elternzeitreise mit K1 sind wir über das Elsass in die Provence gefahren. Dabei haben wir verschiedene Stopps auf wunderschönen Plätzen gemacht und sind spannenden Menschen begegnet. Damals war aber noch alles anders; wir sind jetzt ein Kind mehr und reisen langsamer. Für die Strecke Krefeld-Colmar haben wir 2016 etwa 5 Stunden gebraucht. Jetzt sind es 10 Tage.

In einem kleinen Nest auf einem Naturcampingplatz machen wir eine Nacht Rast und brechen am nächsten Tag Richtung Lyon auf. Mit zwei Schlafphasen der Kinder schaffen wir etwa 250km, wenn alles gut geht. Eine Pause und insgesamt 5 Stunden Reisezeit später sind wir auf einem riesigen Animationspfad-Campingplatz angekommen. Wir hassen eigentlich solche Plätze, weil man am Eingang ein Bändchen angelegt bekommt. Aber nach den 14 Tagen brauchen wir vor allem… besseres Wetter!

Wir werden nicht enttäuscht. Es sind 22 Grad und die Sonne scheint fast ohne Wolken. Außer ein paar älteren Paaren sind wir die einzigen Gäste auf dem Platz. Das Schwimmbad ist geöffnet, die drei Wasserrutschen sind in Betrieb und die Mitarbeiter*innen sind mega freundlich und aufmerksam. Wir lassen uns drauf ein und wollen für fünf Nächte bleiben.

Gedanken

Was haben wir schon alles mitgemacht auf dieser Reise. Schnee, Regen, Sturm, Minusgrade. Das Vorzelt hält den Witterungen stand. Wir sind sehr erleichtert und zufrieden über den Kauf, der sich jetzt schon mehr als gelohnt hat. Die Kinder können bei schlechtem Wetter lesen, basteln, krabbeln, spielen und wir haben Platz zum Kochen und campen. Minimalistisch, wie wir unterwegs sind, hat alles seinen Platz und es wird nicht voll. Das lieben wir am Reisen mit Fiete.

Mit der Zeit spielen wir uns ein. Alles hat seinen Platz und jede*r seine und ihre Aufgaben. Das Vorzelt bauche ich auf und Corinna spielt mit den Kindern. Abends bringt sie K2 ins Bett und ich begleite K1. In der Regel koche ich, denn K2 wird müde und muss in den Schlaf begleitet werden. Seine Schlafphasen vormittags und nachmittags sind nicht gut planbar, aber absehbar. K1 hilft dann beim Kochen.

Das sind alles Routinen, die eingespielt sind. Doch die Zeit für Zweisamkeit bleibt richtig auf der Strecke. Denn K2 schläft sehr unruhig, hat Träume und vielleicht auch mal einen Nachtschreck. Der Regen prasselt aufs Dach und der Wind schüttelt am Vorzelt. Alles Geräusche, die auch mal zu laut werden. Das nervt mich leider an dieser Reise. Denn Zeit für Corinna und mich bleibt wenig. Teilweise haben wir nur 15 Minuten zum Quatschen. Dann wird geduscht, Zähne geputzt und ab ins Bett.

Für die nächsten Wochen haben wir uns daher vorgenommen, mehr Zeit für uns einzuräumen. Wie das genau gehen soll, muss sich zeigen. Vielleicht habt ihr ja einen Tipp für uns. Missen wollen wir die Elternzeitreise nicht. Denn vor allem die beiden Kinder kommen sich als Geschwister so nahe und lieben sich so innig, dass es eine Freude ist, sie beim Spielen und Entdecken zu beobachten.

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