Lebensweg

Geboren 1983 im westlichen Münsterland, groß geworden in einer traditionellen Familie mit Vater und Mutter sowie meinen drei jüngeren Geschwistern.

Wollte früh raus in die Welt, musste aber erst die Schule packen. Ab 1991 also Grundschule und ab 1995 Gymnasium, wo ich 2003 das Abitur absolvierte. In der Pubertät hatte ich zum ersten Mal den Wunsch, Vater zu sein. Vielleicht, weil ich es anders machen wollte, denn mein Vater konnte mir nicht das geben, was ich gebraucht hätte.

„Bei der Bundeswehr wirst du ein echter Mann“, wurde immer gesagt. Stimmt aber nicht, habe ich bis 2004 für euch getestet. Hätte Zivi machen sollen. Anschließend begann ich die Ausbildung zum Medienberater für Digital- und Printmedien. Mein Sprungbrett ins Berufsleben und raus aus dem Westmünsterland. Mit dem Abschluss in der Tasche ging es 2007 nach Hamburg. Dort lernte ich viele Menschen und Agenturen kennen, aber nicht mich. Zu schnell, zu hektisch, zu stressig – und immer die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeit.

Anfang 2010 habe ich bei voller Fahrt die Handbremse angezogen und bin auf einen Bergbauernhof nach Südtirol gezogen. Für 3 Monate habe ich dort Stall ausgemistet, Kühe gehütet und Holz gehackt. Mein persönliches Retreat und eine nachhaltige Erfahrung später stand für mich fest, dass ich Soziale Arbeit studieren werde. Die FH Kiel war weit genug von meiner Vergangenheit entfernt, sodass ich dort neu anfangen konnte. 2013 hatte ich den Bachelor in der Tasche und begann das Masterstudium und ein Weiterbildungsstudium Systemischer Beratung & Supervision. Beide schloss ich 2016 ab und setzte noch die Weiterbildung zum Stresspräventionstrainer oben drauf.

Als fertiger Sozialarbeiter / Sozialpädagoge aber noch mitten im Master in Sozialmanagement zog es mich 2014 ins Ruhrgebiet. Dort arbeitete ich einige Jahre in einem Sportverband als Bildungsreferent. Ich lernte meine heutige Frau kennen und als unsere Tochter 2016 zur Welt kam, war der Job nicht mehr Kompatibel zur Familie. Ehrlich gesagt wollte ich nie im Krankenhaus arbeiten, doch der Job passte perfekt in unser Familienmodell. Also begann ich 2017 in Teilzeit im Sozialdienst eines großen Krankenhauses und konnte endlich Familie & Beruf vereinbaren.

Mit unserer Tochter habe ich 7 Monate Elternzeit genommen und mit unserem Sohn, der 2018 zur Welt kam, ganze 2,5 Jahre. Eine intensive Zeit, die mich als Vater und Berater sehr geprägt haben.

In dieser Zeit entstand auch der Blog Vaterwelten und die Idee, (werdende) Väter für eine aktive Vaterschaft zu begeistern. Mir fehlten die Vorbilder und der Austausch mit anderen Vätern, sodass ich 2020 zusammen mit dem Kinderschutzbund Krefeld e.V. die Vätergruppe »Väter in Krefeld« gründete. Im selben Jahr entwickelte ich Beratungsangebote für Onlineberatungen, die dank Corona so sehr nachgefragt wurden, dass ich 2022 den Sprung in die Selbständigkeit wagte.