Familienbett ist, wenn das Baby entscheidet, wo Papa zu schlafen hat

Als wir vor einem Jahr unseren Hausstand zusammen geworfen haben, musste eine Entscheidung her: Ihr Bett oder mein Bett? Sie besaß eine wackelige Metalkonstruktion mit einer einsvierzig mal zwei Meter Matratze. Einsvierzigmalzweimeter!!! „Da fall ich doch runter“ warf ich als Argument ein. „Kannst mich ja festhalten“ entgegenet sie mir siegessicher. „Da klappert und quietscht ja alles und außerdem will ich nicht, dass unsere Nachbarn neidisch werden“ grinste ich. Wir haben dann mein Bett mit zwei mal zwei Metern übernommen. Aus Massivholz. Sollte halten und nicht wackeln.

Außerdem eine riesige Matratze. Sie so: „Wir haben kaum Platz im Schlafzimmer!“ und ich so: „Ach, das passt schon.“

Bis zur Geburt schliefen wir immer eng umschlungen nebeneinander ein. Das war schön. Wir hatten viel Platz. Eine Armlänge zu jeder Seite. Toll. Jetzt ist Baby da und mittlerweile schlafen wir zu dritt auf 3,6m2. Anfangs hatten wir Angst, dass die Kleine bei den nächtlichen Bewegungen unter uns begraben wird. Ich lag versteinert wie eine Mumie auf meiner Seite und bewegte mich die ganze Nacht nicht. „Bloß nicht umdrehen.“ Meine Frau hat einen leichten Schlaf und zieht Baby zum Stillen zu sich oder legt sie zurück in die Mitte.

Mittlerweile ist unsere Tochter 9 Monate alt und schläft immer noch zwischen uns. Sie führt mittlerweile allerdings territoriale Kämpfe. Während Mama vor allem weiterhin für Schutz, Sicherheit und Nachschub zuständig ist, schlafe ich auf der letzten Rille. Das Spektakel beginnt schon beim zu Bett gehen. Die Kleine liegt quer, mit ausgestreckten Armen und Beinen im Bett, als wolle sie sagen „alles meins“. Ok. Schiebe sie dann in die Mitte und lege mich schlafen. Kaum im Bett beginnt sie wild mit den Armen aufs Bett zu schlagen, sie dreht sich um und trifft mich mitten ins Gesicht. Kennt ihr die weißen Blitze, die man sieht, wenn euch jemand auf’s Auge schläft?

„Kannst du sie mal auf deine Seite nehmen? Ich habe kaum Platz im Bett“ flüstere ich meiner Frau zu. „Ach komm, das passt schon“ entgegnet sie mir, lacht verschmitzt und dreht sich wieder um.

Das nennt man Familienbett. Ist wie Kampfsport. Klein und rund schlägt lang und dünn. „Liegt am Schwerpunkt“, sagt meine Frau. Ich glaube ihr und hole den Schlaf mittags nach.

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